Mehr Leben und Initiative in den Gemeinderat! Mehr SPD ins Rathaus  

Veröffentlicht am 19.06.1980 in Historisches
 

Der Walldürner Volkskundler, Germanist, Hochschullehrer und Heimatforscher Dr. Peter Assion leistete seinen Beitrag zum Wahlerfolg der SPD-Walldürn und brachte Karl-Heinz Joseph mit in den Gemeinderat

Am 19. Juni 1980, wenige Tage vor der Gemeinderatswahl in Walldürn, wandte sich Dr. Peter Assion mit einem öffentlichen Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Der Text entstand in einer kommunalpolitischen Situation, die von klaren Mehrheitsverhältnissen geprägt war. Bürgermeister war damals Robert Hollerbach (CDU), der als durchsetzungsstarker und machtbewusster Verwaltungschef galt. Im Gemeinderat bestimmten vor allem die alteingesessene CDU sowie eine starke Fraktion der Freien Wähler die politische Richtung der Stadt. Vor diesem Hintergrund warb die SPD für mehr Meinungsvielfalt, eine stärkere demokratische Kontrolle und eine breitere Vertretung gesellschaftlicher Gruppen im Gemeinderat.

Der Aufruf verdeutlicht die zentralen Anliegen der SPD Walldürn zu Beginn der 1980er Jahre: eine lebendige Demokratie, politische Offenheit und die Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger am kommunalen Geschehen. Kritisiert wurde insbesondere, dass wichtige Bevölkerungsgruppen wie Frauen, Arbeitnehmer, Jugendliche oder Soldaten im Gemeinderat nur unzureichend repräsentiert seien. Die SPD stellte dem den Anspruch entgegen, Walldürn gemeinsam und auf der Grundlage sachlicher Diskussionen weiterzuentwickeln.

Die Kommunalwahl vom Juni 1980 markierte schließlich einen wichtigen Erfolg für die Walldürner Sozialdemokratie. Die SPD konnte ihre Zahl der Sitze im Gemeinderat erhöhen und stellte fortan fünf Stadträte. Erstmals wurde dabei Karl-Heinz Joseph in den Gemeinderat gewählt. Karl-Heinz Joseph sollte in den folgenden Jahren zu einer prägenden Persönlichkeit der Walldürner Kommunalpolitik werden: zunächst als Fraktions- und Ortsvereinsvorsitzender, später als Bürgermeister der Stadt von 1991 bis 2007. Sein Einzug in den Gemeinderat im Jahr 1980 war damit zugleich der Beginn eines politischen Weges, der die Entwicklung Walldürns über Jahrzehnte nachhaltig beeinflusste. Die hier dokumentierte Erklärung von Dr. Peter Assion ist deshalb nicht nur ein Wahlaufruf, sondern auch ein aufschlussreiches Zeugnis einer Zeit, in der die SPD Schritt für Schritt ihren Einfluss in Walldürn ausbauen und neue kommunalpolitische Perspektiven eröffnen konnte.

"Walldürn, den 19. Juni 1980

An alle Walldürner!  
Am nachsten Sonntag ist der Gemeinderat unserer Stadt neu  zu wählen. Mit der Wahl entscheiden wir ganz wesentlich darüber,  was in den nächsten Jahren zum Wohl aller Bürger geschieht.  Folglich geht es darum, vom Wahlrecht verantwortlich Gebrauch  zu machen! Dies tun wir aber  dann, wenn wir in echtem  nur  Sinne demokratisch wählen. Satte Mehrheiten zu bestätigen  entspricht nicht dem Sinn der Wahl, und einseitig vergebene  Macht zieht den Machtmißbrauch nach sich.  
Wahlen wir so, daß auf dem Rathaus die Meinungs- und Ideenviel-  falt zu Wort kommen kann und nicht ein ungutes Macht - Monopol  die Initiativen lähmt! Daran hat es in der Vergangenheit  gefehlt: daß Vernunft und Sachlichkeit es oft genug schwer  hatten gegen eine machtbewußte Einheitsmeinung. Aber auch  dies war ein Mangel: daß sich im Gemeinderat nur ein Teil  der Bevolkerung vertreten sehen konnte ( am wenigsten die  Frauen, die Arbeiter, die Soldaten und die Jugendlichen)  Wahlen wir darum am Sonntag so, daß der Gemeinderat wieder  zum offenen Forum der Interessen aller Walldürner wird.  Wahlen wir mehr Sozialdemokraten in den Gemeinderat!  
Die SPD Walldürn hat für die Wahl Kandidaten nominiert, die ihr  Engagement fir diese Stadt bereits vielfach bewiesen haben: sei  es in der Kommunalpolitik, sei es in der Vereins- und Jugendarbeit oder in sonstigen Bereichen. Sachverstand und langjährige Erfahrung sind ebenso verbürgt wie jugendliche Tatkraft  und Einsatzbereitschaft. Diese Kandidaten verdienen unser  Vertrauen und unsere Unterstützung. Sie stehen ein für eine  offene und ehrliche Politik: personlich und als Angehöriger  jener Partei, die mit Bundeskanzler Schmidt an der Spitze die  Hauptverantwortung trägt fur Frieden und Demokratie in diesem Land.  
Unsere Devise zur Wahl muß deshalb sein: Mehr Leben und Initiative in den Gemeinderat! Mehr SPD ins Rathaus  
Ihr  Dr. Peter Assion"

 

unsere Termine

Suchen

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

WebsoziInfo-News

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

Ein Service von websozis.info

bei facebook teilen

Wer ist Online

Jetzt sind 1 User online