Engagement, personelle Weichenstellungen und ein starkes Zeichen für die Zukunft

Veröffentlicht am 30.05.2025 in Ortsverein
 

Bericht über die Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Walldürn-Höpfingen-Hardheim

Walldürn, Mai 2025 – Mit guter Beteiligung fand die diesjährige Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Walldürn-Höpfingen-Hardheim statt. Der Ortsvereinsvorsitzende Ralf Beyersdorfer begrüßte die zahlreichen Anwesenden herzlich und zeigte sich erfreut über das rege Interesse an der Parteiarbeit. „Dieses Engagement ist gelebte Demokratie“, betonte er. Besonders begrüßte er Rolf Günther, den Vorsitzenden der SPD-Gemeinderatsfraktion in Walldürn, Kreisrat Jürgen Mellinger, Markus Dosch vom Kreisvorstand sowie den frisch nominierten Landtagskandidaten Patrick Haag und dessen Zweitkandidatin Anna Cunningham.

Fünf neue Mitglieder in bewegten Zeiten

Einen besonderen Moment stellte die Übergabe der Parteibücher an fünf neue Mitglieder dar – allesamt junge Frauen, die sich unabhängig voneinander entschlossen hatten, in die SPD einzutreten. Beyersdorfer wertete dies als ein deutliches Zeichen des Vertrauens in die sozialdemokratischen Grundwerte – gerade in einer Zeit politischer Unruhe, wie etwa der Auflösung der Ampelkoalition. „Das zeigt: Es lohnt sich, für unsere Demokratie und unsere Werte einzustehen“, so Beyersdorfer.

Vorstellung der Kandidierenden für die Landtagswahl
Anschließend stellte sich Patrick Haag aus Schwarzach vor und begründete seine Motivation für seine Landtagskandidatur unter anderem mit dem Argument: „Ich bin Einer aus der arbeitenden Mitte.“ Als Arbeiter bringe er eine Perspektive mit, die in der Politik oft zu kurz käme. Dabei sind ihm gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne wichtig. Ebenso wünscht er sich mehr Respekt, sowohl im Haupt- als auch im Ehrenamt. Sein ehrenamtliches Engagement umfasst neben seiner Gemeinderats- und Kreistagstätigkeit vor allem die Blaulichtfamilie, wie die Freiwillige Feuerwehr, die Helfer vor Ort und die Notfallseelsorge.

Seine Ersatzkandidatin Anna Cunningham aus Osterburken ist 28 Jahre alt und wurde nach ihrem Studium in Wirtschaftswissenschaften Projektmanagerin im internationalen Finanz- und Rechnungswesen. Neben ihren Aktivitäten im Mehrgenerationen-Treff, in der Gruppe-Stadtbibliothek und als Integrationslotsin beim ASB engagiert sie sich auch innerhalb der SPD im Ortsvereinsvorstand, im Kreisvorstand und in der SPD-Frauengruppe. Ihr Einsatz für dieses Themenfeld begründete sie mit: „Frauen halten sich in der Politik oft zurück. Daher ist es wichtig, sichtbarer zu werden.“

Rückblick auf zwei ereignisreiche Jahre

In seinem Bericht blickte Beyersdorfer die letzten zwei Jahre zurück. Die Kommunalwahlen seien eine wesentliche Aufgabe gewesen – in allen drei Gemeinden konnte die SPD zulegen. Er dankte den Aktiven für ihren Einsatz und betonte, dass die Arbeit des Ortsvereins stark von der Kommunalpolitik geprägt sei.

Dass der Ortsverein auch innerhalb des Kreisverbandes eine feste Größe sei, habe sich bei der Kreismitgliederversammlung im September 2024 gezeigt, die erfolgreich in Walldürn ausgerichtet wurde.

Ein weiterer Meilenstein war die vorgezogene Bundestagswahl, bei der mit Philipp Hensinger erstmals ein Walldürner Sozialdemokrat kandidierte. Beyersdorfer lobte dessen fundiertes politisches Wissen, sein sicheres Auftreten, seine klare Haltung auch zu kritischen Themen und seinen persönlichen Einsatz. Auch, wenn das Ergebnis der Bundestagswahl nicht zufriedenstellend sei, sei es Hensinger gelungen insbesondere junge Wählerinnen und Wähler für sich zu gewinnen.

Ein Höhepunkt war der Besuch der Bundesbauministerin Klara Geywitz in Walldürn. „Es gelingt nicht oft, eine Bundesministerin in unsere Region zu holen“, so Beyersdorfer. Er bedauerte jedoch, dass nicht mehr Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit nutzten, persönlich mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Kommunale Basis und gesellschaftspolitischer Anspruch

Beyersdorfer betonte, dass die kommunalpolitische Verankerung der SPD die Grundlage ihrer Arbeit sei. Dennoch hätten die Entwicklungen der letzten Monate – etwa der Besuch von Klara Geywitz und der Eintritt neuer Mitglieder – gezeigt, dass auch gesellschafts- sowie landes- und bundespolitische Themen wieder stärker aufgegriffen werden müssten.

In diesem Zusammenhang hob Beyersdorfer auch die verschiedenen Angebote des SPD-Kreisverbandes sowie Gründung des SPD-Frauenstammtisches hervor – ein wichtiges Zeichen für mehr Beteiligung und Sichtbarkeit von Frauen in der Partei. Er rief alle Mitglieder auf, sich weiterhin aktiv einzubringen.

Ehrungen für jahrzehntelanges Engagement

Ein weiterer Höhepunkt war die Ehrung langjähriger Parteimitglieder. Insgesamt 17 Genossinnen und Genossen wurden für ihre Treue zur SPD ausgezeichnet – ein eindrucksvolles Zeichen für Beständigkeit:

10 Jahre: Walter Henneberg, 25 Jahre: Nathalie Ederer, 30 Jahre: Günther Hauk, Maria Edelmann, Jürgen Mellinger, Marc Beyersdorfer, Jochen Mellinger, 40 Jahre: Roswitha Fieger, Werner Fieger, Margit Ballweg, Annemarie Kempf, Thomas Schreiner, Herbert Kilian, 50 Jahre: Christa Kilian, Wolfgang Senges, Jürgen Fieger sowie für 60 Jahre: Helmut Möller


Kassenbericht und Vorstandswahlen
Kassierer Jürgen Mellinger berichtete über die finanzielle Lage des Ortsvereins. Die Kassenprüfer Gabriele Fleischer und Jürgen Fieger bescheinigten eine ordnungsgemäße Buchführung. Die Entlastung des Kassierers und des gesamten Vorstands erfolgte einstimmig.

Bei den anschließenden Neuwahlen wurde Ralf Beyersdorfer einstimmig als Vorsitzender bestätigt. Als stellvertretende Vorsitzende wurden Luisa Nothhelfer und Daniel Göth gewählt. Die weiteren Positionen: Kassierer: Jürgen Mellinger, Schriftführerin: Christa Kilian, Beisitzerinnen und Beisitzer: Miriam Schmitt, Philipp Hensinger, Manuel Sturm, Thorsten Meyerer, Drillon Abatzi, Saskia Ackermann, Alaa Hag Housseen, Claudia Barosch.

Jürgen Fieger und Gabriele Fleischer wurden als Kassenprüfer bestätigt.

Verabschiedung von Roland Stolz aus dem Vorstand

Unmittelbar nach der Wahl verabschiedete der Ortsverein Roland Stolz aus dem Vorstand – ein Moment, der von Dankbarkeit und Anerkennung geprägt war. Beyersdorfer überreichte ihm ein Buchgeschenk und würdigte dessen jahrzehntelanges Engagement für die Sozialdemokratie in der Region.

Roland Stolz trat 1989 in die SPD ein und wurde noch im selben Jahr in den Gemeinderat von Höpfingen gewählt, dem er bis 2016 angehörte. Roland Stolz erzielte immer beste Ergebnisse und war viele Jahre stellvertretender Bürgermeister. Als langjähriger Vorsitzender des Höpfinger Ortsvereins entwickelte er die SPD in Höpfingen zu einer festen Größe. So veranstaltete der Ortsverein unter anderem das Ferienprogramm, baute eine Fahrradraststätte und setzte sich für die Betreuung Geflüchteter ein. Besonders verdient gemacht hat sich Stolz um die Fusion der drei Ortsvereine. Er hatte zugesagt, seine Erfahrung bis zu den Kommunalwahlen 2024 einzubringen – ein Versprechen, das er nun eingelöst hat. „Jetzt gilt es, seine Aufbauarbeit in Höpfingen gemeinsam mit der Gemeinderatsfraktion und den Mitgliedern aus Höpfingen fortzusetzen“, so Beyersdorfer abschließend.

Fazit und Ausblick

Die Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Walldürn-Höpfingen-Hardheim zeigte: Die Partei vor Ort ist aktiv, engagiert und bereit, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen – sowohl kommunal als auch auf Landes- und Bundesebene. Der gute Zulauf neuer Mitglieder, die personellen Kontinuitäten und der Wille zur inhaltlichen Weiterentwicklung lassen auf eine gute Zukunft hoffen.

 

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