Historisches
29.03.2021 in Historisches
Weil er seine Meinung frei bekundete und sich 1939 öffentlich zur SPD bekannte, wurde der Walldürner Pflästerer Wilhelm Kaufmann in Haft genommen und wegen eines heimtückischen Angriffs gegen die Regierung der nationalen Erhebung angeklagt.
Bei Recherchen zum 100.-jährigen Bestehen des Ortsvereins Walldürn sind wir auf die Geschichte des Pflästerers Wilhelm Kaufmann gestoßen. Was sich im Januar 1939 im Walldürn ereignet hat ist einerseits ein Stück Heimatgeschichte, die es wert ist, dass die veröffentlicht wird. Zum anderen ist es die Geschichte eines Walldürner Sozialdemokraten, der sich selbst nach sechs Jahren Nazi-Diktatur seine freie Meinungsäußerung nicht verbieten lies. Die Geschichte zeigt aber auch, wie das Regime des Dritten Reiches die eigene Bevölkerung unterdrückt und andersdenkende verfolgt hat.
Damit erzählt die Geschichte des Pflästerers Wilhelm Kaufmann vom Mut zur Meinungsfreiheit und zum Widerstand, vom Verrat, der Verfolgung Andersdenkender im Dritten Reich und von der Sorge seiner Frau um ihren Ehemann und Vater ihrer Kinder.
Franz Wilhelm Kaufmann
Geboren: 11. Dezember 1881, Walldürn
Gestorben: 29. März 1961, Walldürn
Beruf: Pflästerer (selbstständig)
Wohnhaft: Schmalgasse, Walldürn
Verheiratet, 6 Kinder
Kriegseinsatz:
März 1915 bis Dezember 1918, zuerst beim Badischen Grenadierregiment 109, später bei der Pionierkompanie 339.
Mitgliedschaft in der SPD Walldürn / kommunalpolitisches Engagement:
Mitglied des Bürgerausschusses und später des Gemeinderates. Im Rahmen der Machtergreifung am 24. Juni 1933 per Verordnung ausgeschlossen.
19.07.2020 in Historisches
Heute haben wir guten Grund allen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Altheim sowie unseren Freunden und Wählerinnen und Wählern zu gratulieren. Denn heute vor 50 Jahren am 19. Juli 1970 wurde in Altheim ein SPD-Ortsverein gegründet.
Die Jahre der „sozialliberalen Koalition“ (1969 – 1982) unter den sozialdemokratischen Kanzlern Willy Brandt und später Helmut Schmidt oder „das sozialdemokratische Jahrzehnt“, wie der Historiker Bernd Faulenbach die Epoche nannte, war geprägt von einer Vielzahl von Neugründung von SPD-Ortsvereinen. Gerade viele jüngere Bürgerinnen und Bürger wollten nach Jahren der CDU-Regierungen in Bonn, begeistert von der ersten Regierungserklärung Willy Brandts, „mehr Demokratie wagen“. Eine Begeisterung, die auch im von einer starken CDU dominierten Altheim für politische Bewegung sorgte.
07.07.2020 in Historisches
Karl-Heinz Joseph, seit 1978 Ortsvereinsvorsitzender der SPD-Walldürn und seit 1980 Stadtrat in Walldürn, führt die Walldürner Sozialdemokraten unter dem Slogan "Neuer Fortschritt für Walldürn" auf einen neuen Erfolgskurs.
Ausgangspunkt waren die Kommunalwahlen 1989 bei denen Karl-Heinz Joseph als Ortsvereinsvorsitzender und Fraktionsvorsitzender das Aktionsprogramm "Neuer Fortschritt für Walldürn" vorstellte. Die Zielrichtung war klar: zum einen galt es die Vormachtstellung der CDU in Walldürn zu brechen, zum anderen verdeutlichte er seinen Anspruch bei der kommenen Bürgermeisterwahl das Rathaus wieder für die SPD-Walldürn zu gewinnen.
"Wir Walldürner Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen mit unserem politschen Handeln Einfluß nehmen auf das gegenwärtige und zukünfitge Zusammenleben in unserem Gemeinwesen. Unsere kommunalpolitischen Ziele fragen dabei in erster Linie danach, was Kommunalpolitik für die Mehrheit unserer Mitbüger leisten kann, was wir in der Kommunalpolitik für unsere Kinder und Kindeskinder tun können . . ." heißt es in den Vormerkungen zum Wahlprogramm.
18.11.2018 in Historisches
Das Jubiläum „100 Jahre SPD in Walldürn“ war Anlass für einen öffentlichen Vortrag mit dem Titel: „Wie die SPD nach Walldürn kam . . .“ zu dem der SPD Ortsverein am vergangenen Sonntag in den Bürgersaal des Walldürner Rathauses geladen hatte. Der Historiker Markus Wieland berichtete einige Episoden aus der sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Bewegung in unserer Region zu Beginn des 19. Jahrhunderts sowie aus der Vorgeschichte der Walldürner SPD.
01.01.1989 in Historisches
Im Vorfeld der Kommunalwahl 1989 stellte die SPD Walldürn ihr Aktionsprogramm unter dem Leitwort „Neuer Fortschritt für Walldürn“ der Öffentlichkeit vor. Unter der Federführung des damaligen Ortsvereinsvorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden Karl-Heinz Joseph erarbeiteten Vorstand und Stadtratsfraktion ein Programm, das weit über kurzfristige Wahlversprechen hinausging und eine langfristige Perspektive für die Entwicklung der Stadt aufzeigte.
Die örtliche Presse berichtete damals unter der Überschrift „Vorausschauende Politik beginnt in der Heimatstadt“ ausführlich über die programmatischen Vorstellungen der Sozialdemokraten. Bereits mehrfach hatte sich die Programmkommission mit den einzelnen Themenbereichen befasst. Bei der Verabschiedung des Programms dankte Karl-Heinz Joseph allen Mitgliedern der Kommission für ihre engagierte Mitarbeit. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Arbeit des damaligen Stadtrats Herbert Kilian, der als Mitglied der Programmkommission wesentliche Vorarbeiten geleistet und dem Vorstand wichtige Arbeitsergebnisse unterbreitet hatte.
Die SPD formulierte ihr Selbstverständnis mit den Worten, dass Kommunalpolitik nicht nur dazu dienen dürfe, aktuelle Probleme zu lösen, sondern eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen gestalten müsse. Ziel sei es, das gegenwärtige wie auch das zukünftige Zusammenleben in Walldürn aktiv mitzugestalten und die Chancen der Stadt verantwortungsvoll zu nutzen.
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